Von Januar bis Dezember
Januar
Wind und KälteAlles erstarrtLebloser BlickDer grünen TannenVorbeiGrauer HimmelWieder JanuarWeiß und reinSorgsam behütetDas NeueDas UngebrauchteDie Erwartung
Februar
So wie er daliegtSich im Winterkleid verstecktUnd wenn es anfängt zu tauenErwacht auch mein Vertrauen
März
Sicher verschlüsseltWelch ein MärzBoten des SchicksalsMit triftigem GrundBleibst unentdecktPerle der HoffnungDie in der ErinnerungDes Winters steckt
April
Wandle leichtsinnigLaunisch zu jeder StundeWeiß nichtWie ich beschaffen binFolge den DüftenDie im Schönen mich lockenVorbei ist dann alles VerstellteVorbei mein zugesperrter Mund
Mai
Wie von Silberwolken umgebenSchweben erste laue LüfteMild sich dem Tage hinReich drängt sanft die WelleDüfte ans Ufer der SehnsuchtStill die Luft und frisch die LiebeNur der Blick ist erfülltVon dem jungen GrünDas sich im klaren Wasser spiegeltUnd der frühe Morgen sich in ihm tollt
Juni
Menschen auf Mutters ErdeWerden Menschen unter Mutters ErdeUnd Mutters ErdeWird zum Rastplatz dieser Welt
Juli
Im Blätterschatten halt ich RastLiege im Zenit der SonneHalte ein und besinne michWill leben mit großer Wonne
August
Welch ein Traum vom erfüllten SommerErnten was zu ernten istMäht die Zeit die SommertageDenn nur wer sätWird erntenUnd wer erntet muss mähenNichts bleibtAlles ist von kurzer Dauer
September
SeptemberwindBlond gelocktTanze mit mir den BernsteintanzHol mich abAus fruchtigem LebenHülle mich in den Herbst dann ein
Oktober
Wild und reizvoll duften KräuterAus dicken BäuchenEs tanzt der Narr mit den FrüchtenUnd der Herbstwind heultFahnen die vom Wind gepeitschtSchlagen AlarmUnd können sich nicht rettenGepflückte Blätter jagen sich im ParkDie Zeit der Stille ist jetzt sehr nah
November
Kühl und mit trauriger DistanzSenkt sich sacht und bedecktDie Wärme die noch kämpft
Dezember
Leichengrauer HimmelÜber leeren BäumenSind nur noch blattlose GerippeDie ihr Herz vor der Kälte verbergen
© Heidrun-Auro Brenjo · wp.festtagsgedichte.de