Sonnen-Untergang
Nach einem heißen Tag
Liegt umschlungen die Nacht
Holt sich die Sonne
Die bis zuletzt lacht
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Nach einem heißen Tag
Liegt umschlungen die Nacht
Holt sich die Sonne
Die bis zuletzt lacht
Kalt ist es
Das schon zu lange
Dunkel ist es
Noch immer …
Die Nacht war mürrisch wie ein böser Alp
Scheusale verdroschen den schweren Schlaf
Schweißgebadet liegt in den Laken nun das Leiden
Bis erweckt die Schönheit der Sonne den neuen Tag
Bricht an die Morgenstunde
Lauert schon der Sonne Pracht
Steht am Start mit all ihren Farben
Um den Tag zu füllen mit ganzer Kraft
Hinfort sind die Küsse der Nacht
Ertränkt all die schweißtreibenden Träume
Glitzern als Perlen von den Halmen
Verschmelzen aus der Lichtlosigkeit mit dem Tag …
In der Julisonne sind die Tage heiß
Nicht nur von der Stirn rinnt der Schweiß
Die Nächte schlaff und launenhaft
Durchzuschlafen wäre fabelhaft …
Kurz vor dem Sommer ist er dran
Leise lockt er Badegäste an
Es jubelt und wälzt sich in der Sonne
Mensch und Tier voller Wonne …
Vom Wind in die Gosse getragen
Gekeimt ohne Adel
Geboren durch der Sonne Macht
Zartes Geschöpf …
Der Himmel wars der dich entwarf
Schon vermiss ich dich und deinen Flügelschlag
Sehnsucht streift mich bis zur Gänsehaut
Mit Hall erklingt die Fröhlichkeit …
Über Nacht legt sich ein weißes Kleid
Übers Feld und den Wald
Samtweiche Küsse schweben sanft hinab
Aus des Himmels Reich …
Wenn die Liebe verblutet in der sternenarmen Nacht
Und sie sich freiheitstrunken vom Acker macht
Dann welkt das letzte Leben im faltigen Saum
Und im Mondes Silberschatten schrumpelt der Baum …
Drum streif die Welt
Und schenk ihr Ruh
Und schläft sie ein
Deckst du sie leise zu …
Abgeerntet ruhen Felder leer
Schwankend tragen ihre Wagen schwer
Auf Tischen bunt geschmückt
Liegen Früchte reif gepflückt …
Tauperlen ziehen herbstwärts
Jubel das Silbermoos beseelt
Kahle Äste wie Finger in die Nebel gehen
Enthüllte Bäume vor Glück vergehen …
Wünscht sich der Baum
Ach nur einen Tanz mit dem Winde
Hochgewölbt zum Werben aufsteigt
Applaudieren Blüten auf Rispen …
Komm heute Nacht und finde mich
Im Grün der Liebe warte ich
Es trommelt mein Herz vor Leidenschaft
Umgarne mich mit Fäden deiner Liebeskraft …
Weit hinten wo die Stadt aufhört
Will ich mit dir aufs Stoppelfeld gehn
An blätterberaubten Bäumen
Lass ich dich im Winde wehn …
Wenn der Herbst den Sommer will
Zieht er bernsteinfarbig ins Land
Schnattert windig mit Baum und Ast
Pflückt dabei Blatt für Blatt
Wenn der Herbstwind mit den Bäumen schäkert
Zieren sich die Blätter und lachen
Genießend begehren sie die windige Macht
Tuschelnd streifen sie sein luftiges Kleid …
Im herbstlichen Ambiente
Spielen Schleier im Nebelgewand
Strömen über Wiesen und Bäche
Und geleiten den Winter nun fortan …