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Festtagsgedichte

Heimat

Auf dem ausgehöhlten LandKopierte Gärten von ArbeiterhandEinst als statisches ZechenhausSteht gebeutelt mein Geburtshaus

Verklebter Ruß an den WändenVerdecken Spalten und Risse in GängenBergschäden wie Zeugen der QualWunden klaffen lautloser Mühsal

Einen neuen Mantel für unsere WeltDer Frack ist verschlissenLumpen liegen in der arbeitslosen WeltGewebt wird ein Gewand aus ComputernVerkabelt sind Wiesen und FlüsseDer Duft der Jahreszeit ist konserviertHeimat, wo bin ich

Zwischen Stahl und Eisen geborenBeinahe die Ehre verlorenHaben Väter auch den KumpelÜber Grenzen zum Lohn gebracht

Das schwarze Gold blaublütig adeltIn der Lunge jetzt quengelt und tadeltSind verlassen von Söhnen und TöchternSchuften nicht in lädierten Schächten

Im Maßstab eins zu irgendwasLiegt als Klecks unsere StadtDie Gene zum Klonen reserviertSamen auf Abruf die Babys gefriertWellig verrotteter Teerbelag in den GassenHaus hielt Haus durch NachbarschaftVerlassen vernarbt als GeisterstadtHeimat, wo bin ich

© Heidrun-Auro Brenjo · wp.festtagsgedichte.de

Das Lied zum Text

Text & Musik: Heidrun-Auro Brenjo

Mehr Alltag

Alle 62

Finale

Was ist geblieben
Erinnerungen
Erfahrungen
Falten …

Alltag mittel

Cellulite

Aparte Beschwerde der Haut
Klagendes Omen
Klettert bis zum Hals
Subtile Stichelei …

Alltag mittel

Schreiben

Wie ein Fieber überfällt es mich
Hält sich nicht an abgemachte Zeiten
Weckt prosaisch mich aus tiefstem Schlaf
Quält lyrisch mich die Zeile weit nach Mitternacht …

Alltag lang