Heimat
Auf dem ausgehöhlten LandKopierte Gärten von ArbeiterhandEinst als statisches ZechenhausSteht gebeutelt mein Geburtshaus
Verklebter Ruß an den WändenVerdecken Spalten und Risse in GängenBergschäden wie Zeugen der QualWunden klaffen lautloser Mühsal
Einen neuen Mantel für unsere WeltDer Frack ist verschlissenLumpen liegen in der arbeitslosen WeltGewebt wird ein Gewand aus ComputernVerkabelt sind Wiesen und FlüsseDer Duft der Jahreszeit ist konserviertHeimat, wo bin ich
Zwischen Stahl und Eisen geborenBeinahe die Ehre verlorenHaben Väter auch den KumpelÜber Grenzen zum Lohn gebracht
Das schwarze Gold blaublütig adeltIn der Lunge jetzt quengelt und tadeltSind verlassen von Söhnen und TöchternSchuften nicht in lädierten Schächten
Im Maßstab eins zu irgendwasLiegt als Klecks unsere StadtDie Gene zum Klonen reserviertSamen auf Abruf die Babys gefriertWellig verrotteter Teerbelag in den GassenHaus hielt Haus durch NachbarschaftVerlassen vernarbt als GeisterstadtHeimat, wo bin ich
© Heidrun-Auro Brenjo · wp.festtagsgedichte.de
Text & Musik: Heidrun-Auro Brenjo