Wunschzettel
Tief verschneit liegen mit Tinte geschriebene WünscheAuf einem Zettel unterm SchneeLustig ließ er sich vor TagenVon einem Lüftchen tragenSpielte fangen mit dem WindLachte fröhlich mit den Wünschen vom Kind
Ein neidischer Baum in Trauer verdorrtDen lustigen Wünschen den Weg versperrtBeugt sich blockierend nach links und nach rechtsSpießt auf den Brief mit seinem knochigen Finger frechDer Zettel zittert die Wünsche kräuseln sichHeftig klatscht das Blatt dem Tyrann ins GesichtDoch gegen diesen Koloss kommt es nicht anDer Wind eilt rasch zu HilfeLässts knacken als ob der Baum bricht
Zu Schaden kommt leider die SchriftReißt den Zettel entzwei oh jeSiegessicher hängt der Baum sich nach der SchlachtAls Banner den lädierten Zettel an einen dünnen ZweigUnd der Wintermann seinen Kältemantel darüber streiftDa liegt der Zettel umhüllt von Eis
Es schneit kräftig die Flocken toben weißDes Kindes Wünsche sie scheinen verlorenPlötzlich klingen Glöckchen von ganz weit obenUnd schnaufende Rentiere vor einem Schlitten bringenDen Weihnachtsmann zu diesem BaumDer Zettel flattert mit letzter KraftDas Rentier hat ihn zum Nikolaus gebrachtUnd dem Kind die ErfüllungSeiner Wünsche zu Weihnachten verpackt
© Heidrun-Auro Brenjo · wp.festtagsgedichte.de
Text & Musik: Heidrun-Auro Brenjo